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| Tanju Karabunar und die Richtigstellung diverser Veröffentlichungen der Fach-zeitschrift c`t |
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February 14 2008 -„Ich habe viel zu lange geschwiegen, das war nicht klug von mir und hat mir sehr geschadet“. Das ist die Quintessenz einer sehr betrüblichen Erfahrung im Deutschland des Jahres 1999" |
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Zur Erinnerung
Erinnern wir uns zurück. Alle Welt sprach vom Millenniumschaos in unseren Computern beim Übergang ins Neue Jahrtausend. Von Milliardenverlusten, vom Zusammenbruch des Bankensystems. Alles nur wegen eines winzig kleinen Platzproblems in der damals knappen Speicherkapazität (99 statt 1999, 00 statt 2000, wobei der Computer das 00 als 1900 verstehen würde).
Begabte Tüftler
Da ich im Jahre 1999 schon seit 10 Jahren im Bereiche Venture Capital Tätig und als Entrepreneur unterwegs war, haben mich, ein paar Bekannte von mir angesprochen. Hinterhoftüftler und Hobbyinformatiker, wollten mit Hilfe von mir ein Programm entwickeln, das dieses Problem auf einfachste Weise lösen konnte („In diesem Segment (gemeint ist der PC) allerdings bietet der Existenzgründer eine verblüffend einfache Lösung“ so lautete die erste Meldung der Fachzeitschrift c`t). Dies traf zu und wir hatten Erfolg damit.
Von diesen Bekannten war keiner in der Lage, dieses Programm einer erfolgreichen Vermarktung und Produktion zuzuführen. Mir haben sie es zugetraut. Anfangs investierte ich in dieses Vorhaben. Doch sie wollten vorab Geld von mir haben, das ich nicht übrig hatte. Ich musste ja mit meinen Mitteln das Marketing ankurbeln, die Reproduktion der Mutter-Diskette, die sehr aufwendige Logistik des Versands und der Zahlungsströme. Also war immer einer von ihnen dabei, wenn das Programm demonstriert wurde, weil sie – völlig unbegründet – Angst hatten, ich würde es kopieren und sie selbst ausbooten.
Die erste Idee: ein Börsengang
Mein erster Gedanke war, Geld über Investoren zu sammeln und einen Börsengang zu riskieren. Es kam auch so wie ich es vermutet habe. Es kamen eine Flut von Anfragen (die meisten davon Hasardeure) zur Folge – und eine Anzeige eines einzelnen älteren Herrn, weil er einen Betrug hinter dem Projekt vermutete.
Doch davon wusste ich zunächst nichts. Ich hatte auch keine Ahnung davon, dass die Staatsanwaltschaft jeder Anzeige wegen eines Anfangsverdachts nachgehen muß.
Ein Unternehmer und ein Unternehmensberater, schon älter, erfahren und bodenständig war sehr dran interessiert und hat uns bis zum Schluss begleitet. Er bot sachkundige Hilfe an, sonst nichts. Ich habe mich sofort mit ihm getroffen. Und dieser Mann hat mir in Minuten klargemacht, dass ein Börsengang deswegen unmöglich sei, weil das dem Unternehmen zugrundeliegende Produkt nur eine äußerst kurze Lebenszeit habe, nach dem 1.1.2000 also wieder vom Börsenparkett verschwinden würde. Also ein unmöglicher Vorgang. Das war klar und überzeugend. Selbst für einen ju-gendlichen Hitzkopf wie mich.
Statt Börsengang und Investorensuche zeigte er mir einen Weg auf, die Ver-marktung aus eigener Kraft und mit eigenen Mitteln zu bewerkstelligen.
Ich habe von keinem einzigen Investor Geld bekommen oder an-genommen! Ich investierte gesamt 1 Million DM und war sehr enthusiastisch in Deutschland der erster zu sein der es hat. Die Anfragen div. Investoren habe ich noch nicht einmal beantwortet. Aber die Staatsanwaltschaft ermittelte – ohne mein Wissen – im Hintergrund weiter, wegen Anlagen-Betrugs, ausgelöst durch die Strafanzeige eines einzelnen älteren Herrns der damit nichts zu tun hatte. Angeblich Anleger um mehrere Millionen geprellt…
Eine Pressekonferenz mit vielen Geheimen
In der Folge führten wir mit Hilfe des Journalistenbüros Fassbender eine Presse-konferenz im Bonner Presseclub durch. Die Fachzeitschrift c`t war auch eingeladen. Sie hat keinen Vertreter geschickt, wollte stattdessen nach der Pressekonferenz ein Exemplar des Programms zugeschickt bekommen und testen. Das haben meine Bekannten und ich aus nachvollziehbaren Gründen abgelehnt (wie wir erst später erfahren haben, hatte c`t ein eigenes Programm entwickelt, das es vermarkten wollte. Es hatte aber offensichtlich nicht die brillante Einfachheit unseres Programms, denn meines Wissens ist es kein Erfolg geworden).
Statt c`t waren auffällig viele „Geheime“ auf der Pressekonferenz, auch das „Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik“ (BSI) war anwesend. Alle konnten sich persönlich von der Einfachheit des Programms und der Fehlerbehebung überzeugen. Die Teilnehmer wurden aufgefordert, eigene PC´s mitzubringen, testen und umstellen zu lassen. Einige haben das getan und berichteten darüber überschwänglich.
Nur zur Abrundung des Geschehens: Dem Journalistenbüro Fassbender wurde eine Erfolgsbeteiligung aus dem Geschäft versprochen, der Einsatz und die Arbeit vorab erfolgten auf eigenes unternehmerisches Risiko. So war es abge-macht, auch wenn sich das Journalistenbüro Fassbender später nicht mehr daran erinnern konnte oder wollte.
Der Start der Eigenvermarktung war vorbereitet
Eigentlich hätte sie jetzt starten können, die Vermarktung. Ein Reproduktionsbetrieb für die Programm-Diskette war gefunden, ebenso ein finanzstarker Logistiker für den Versand mit 3 Millionen DM Startkapital und den Zahlungsverkehr. Eigentlich.
Ein ganz anderes, trübes Kapitel
Aber es begann ein ganz anderes, trübes Kapitel. Es war zwar kurz, aber nachhaltig und äußerst schmerzhaft. Ich bin türkischer Staatsbürger. Obwohl meine Eltern seit Jahrzehnten in Deutschland wohnten und arbeiteten und ich den größten Teil meines Lebens in Deutschland verbracht habe, dort zur Schule gegangen bin, benötigte ich fortwährend eine immer befristete Aufenthaltsgenehmigung für Deutschland.
Unter dem Vorwand, mein Pass und damit auch meine Aufenthaltsgenehmi-gung wären abgelaufen, wurde ich zum Ausländeramt bestellt. Dort wurde ich zu meiner Überraschung jedoch sofort dem Richter vorgeführt. Bei dem stattgefundenen Haftprüfungstermin hat der Richter jedoch meine sofortige Freilassung verfügt. Etwas komisch fand er es schon.
Innerhalb 7 Tage habe ich die Bundesrepublik für immer verlassen und habe sie bis heute auf meine Art auch psychisch , seelisch und kulturell verlassen. So etwas nennt man im deutschen Sprachgebrauch doch „Hals über Kopf“? Natürlich konnte ich meine persönlichen Habseligkeiten in Ruhe zusammenpacken, aber nicht meine inzwischen gegründete Firma (GmbH), auch nicht mein Büro samt einiger unerledigter Dinge, wie z.B. unbezahlte Rechnungen. (Mehr dazu im nächsten Kapitel)
Mit der Ausreise aus der BRD endete abrupt auch jede Möglichkeit, das Pro-jekt der Vermarktung des Millennium-Programms Microtech 2000 fortzusetzen. Wie denn auch, aus der Türkei?
Aus der Traum.
Nachwehen
In der Folge hat die Staatsanwaltschaft meine ehemaligen Büroräume durch-suchen lassen, Mitarbeiter festgenommen, Unterlagen beschlagnahmt, alles auf der Suche nach einem Anlagebetrug in Millionenhöhe , ausgelöst durch die Strafanzeige eines einzelnen älteren Herrn , der mit uns weder geschäftlich noch juristisch etwas zu tun hatte. Doch gefunden haben sie bis auf die unerledigten Rechnungen nichts. Es gab ja auch keine Geschädigten. Alle Investoren haben bis auf den Pfenning genau ihr Geld erhalten. Das Verfahren wurde später wegen „nicht zutreffend“ eingestellt. Lediglich die offenen Rechnungen waren noch vorhanden. Es waren mehrere kleinere Beträge, die sich auf etwas über 10.000,00 DM kumulierten. Dieser Betrag wurde mir vom Gericht mitgeteilt. Über einen Gewährsmann in Deutschland habe ich diesen Betrag an die Gerichtskasse Düsseldorf, unter Angabe der Geschäftsnummer des Verfahrens, einzahlen lassen. Ich wollte auch hier einen sauberen Schlussstrich ziehen. Was ich jedoch nicht wusste, oder auch nur erahnen konnte: Das Gericht fühlte sich nicht zuständig für die Weiterleitung des Geldes an die Gläubiger und hat es kurzerhand an den mich vertretenden Anwalt weitergeleitet. Dieser hat den Betrag – ohne Absprache, ohne Rechnung – als Honorar vereinnahmt und ich wusste weder von dem Einen noch von dem Anderen. Das ist erst Jahre später heraus-gekommen. In der Zwischenzeit ist alles wieder in Ordnung und bereinigt.
Fragen
Natürlich wirft der ganze Vorgang Fragen auf. War die zeitlich in unmittelbarer Abfolge auf meine erfolgreiche Pressekonferenz im Bonner Presseclub erfolgte Anzeige (samt Haftbefehl und Polizeigewahrsam), die völlig unbegründet war, reiner Zufall?
Warum waren so viele „Geheime“ auf jener Pressekonferenz, selbst das „Bun-desamt für Sicherheit in der Informationstechnik“ (BSI)?
War etwa ein kleiner Türke eine potentielle Gefahr für die Nachrichtentechnik der Bundesrepublik Deutschland?
GERHARD SCHRöDER und das Buch „weil wir unser Land verbessern wollen“
Und das Buch des Bundeskanzlers Gerhard Schröder? Welches wir benutzten um die Anleger zu prellen. Wir hätten also vorher wissen müssen dass die SPD die Wahlen gewinnt, und dass einer dieser Herren (denn es war ja noch nicht klar wer Kanzler wird: Schröder; Scharping , Lafontaine etc.) Bundeskanzler wird, das der Kanzler Gerhard Schröder kurz nach den Wahlen einen Buch veröffentlich, das er mich darin erwähnt, und wir deshalb 1 Jahr zuvor eine Firma gründen und all dass ahnen, in diese Firma investieren, und hoffen dass alles so kommt wie wir uns dass vorgestellt haben und am Ende die Anleger hiermit um Millionen prellen. Und wie wird es gemacht? Indem man es vor dem LKA,BSI und anderen Behörden auf einer Pressekonferenz präsentiert. Eigentlich sollte man diese Stelle mit „no comment“ lesen und lang lachen, oder ?
Ich weiß es nicht. Ich wollte nur ein intelligentes Programm zur Behebung des Millennium-Problems vermarkten. Durch eine einfache Starfanzeige wurde es mir verunmöglicht. Wird es eine Entschuldigung kommen? Wohl kaum, ein Türke weniger, so bleiben weitere 2.789.000 zurück. Guckst du!!!!!!! Tanju Karabunar
Es wird ohne Kommentar veröffentlicht.
Tanju Karabunar (39) ist ein Privat Bankier und lebt seit Jahren in Izmir (Türkei). Nach wie vor ist er im Bereiche Venture Capital und besitzt weltweit mehrere Firmen und Investmentgesellschaften. Er ist verheiratet und hat 2 Söhne.
Henry Burghaus
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